Alte Burg

Bay. Qualitätspreis 2012

für Oberhausen

Fernsehberichterstattung

A A A

Zeugnisse der Vergangenheit

Die Alte Burg

Die Ruine der Alten Burg liegt ca. 2,5 Kilometer östlich von Oberhausen. Sie ist umgeben von dichten Laub- und Nadelwäldern. Nach Norden hin bietet das Steilufer zur Donau einen natürlichen Schutz. Die anderen Seiten der Burg sind durch einen tiefen Burggraben gesichert.

Zeugnisse der Vergangenheit 2

Die Alte Burg wurde gegen Ende des 10. Jahrhunderts erbaut.

Heute ist von der Burg nur noch ein großer Teil der westlichen hohen Außenmauer erhalten. In ihr sind die Fenster deutlich sichtbar. Die Löcher in der Mauer auf der Innenseite sind wohl Balkenlöcher, und man kann aus ihrer Anlage in vier Reihen erkennen, daß die Burg etwa fünf Etagen besaß. Die quadratische Grube in der Mitte der Südseite dürfte wohl das Fundament des Bergfriedes sein. Auch die Überreste eines Brunnens sind noch zu sehen.

Die Kaiserburg

Kaiser Heinrich der Heilige soll sich hier einmal aufgehalten haben. Deshalb wurde die Burg von den Bewohnern "Kaiserburg " genannt.

Reste der Burg (wahrscheinlich im 10./11. Jahrhundert erbaut) ragen nordwestlich von Oberhausen mitten im Wald am Südufer der Donau auf. Sie gehörte dem Grafen von Graisbach und bildete den östlichsten Punkt der graisbachischen Besitzungen südlich der Donau. Die Graisbacher übertrugen ihren Lehensträgern, den Rittern von Straß, die Burghut an der Kaiserburg.

1270 wurde die Grafschaft Neuburg von den Wittelsbachern mit Beschlag belegt. Die bisherigen Herrn wurden vertrieben und die Burgen zerstört. Dazu zählte auch die Kaiserburg.

Latourdenkmal

Erste Auskunft über die Person Latours gibt uns die Kupferplatte auf dem Steindenkmal, das den Hügel zwischen Ober- und Unterhausen krönt: "Zur Erinnerung an Latour d'Auvergne, Frankreichs ersten Grenadier, gefallen am 8. Meßidor, im 8. Jahr der Republik am 27. Juni 1800.

Theophil Mallot Corret Latour d'Auvergne - Frankreichs erster Grenadier - ist am 23. November 1743 geboren. Er entstammt einer sehr vornehmen alten französischen Adelsfamilie. Schon in frühester Jugend, kaum 15 Jahre alt, beginnt Latour d'Auvergne seine militärische Laufbahn. In Spanien und Italien macht er Feldzüge mit, und als man das Jahr 1795 schreibt, nimmt er als Kapitän seinen Abschied von der Armee. Kaum vier Jahre später wird er wieder Soldat. Der Sohn seines Freundes nämlich wird zu den Waffen gerufen. Aber der ehemalige Hauptmann Theophil Mallot Corret Latour d'Auvergne rückt für ihn zum Militär ein. damit dieser von der Einschreibliste gestrichen wird. Und was das Ungewöhnliche ist - er rückt als einfacher Soldat ein. Dieser Schritt hat sich sehr schnell herumgesprochen und in der Armee ungeheueres Aufsehen erregt. Auch der Kriegsminister Carnot hat davon erfahren und berichtet dies Napoleon. Er schildert ihm die Verdienste und Ruhmestaten, welche Latour d' Auvergne als einer der ältesten und besten Offiziere der Armee in vielen Feldzügen und Kämpfen errungen hat. Nun ist er, obwohl er sich schon längst seinen Ruhm und den Ruhestand verdient hat, wieder für den Sohn seines Freundes zu den Waffen geeilt. Während zweier Feldzüge sieht man ihn, den Tornister auf dem Rücken, immer im vordersten Gliede in allen Gefechten. Sein Beispiel und seine Worte ermuntern die Grenadiere stets zur Nachfolge. Seine edlen Sitten und sein einfache Lebensweise machen ihn überall beliebt. Napoleon hört diese Schilderung mit bewegtem Herzen an und er ernennt ihn auf der Stelle zum ersten Grenadier der Armee und verleiht ihm einen Ehrensäbel. Man schreibt den 26. Juni 1800. Frankreich kämpft mit Bayern gegen Österreich. Am Abend dieses Tages setzen 35 000 Österreicher über die Donau, rücken in Neuburg ein und beziehen Stellung westlich und südlich der Stadt. Es kommt zu Gefechten in deren Verlauf die Österreicher die Höhe zwischen Ober- und Unterhausen einnehmen. Am 27. Juni greifen die Franzosen die Höhe an. Es kommt zu erbitterten Kämpfen. Der bayerische General Graf Zettwitz fällt, der Chef der französischen Brigade Forty wird zusammengehauen und Frankreichs erster Grenadier Latour d'Auvergne wird von einer Lanze durchbohrt. Am anderen Tag schon wurden im Oherhausener Gefilde von den Franzosen die Leichen von Latour d'Auvergne und die des Chefs der 46. Halbbrigade namens Forty mit drei anderen Soldaten mit allen militärischen Ehren beigesetzt. Am 20. September 1800 setzen französische Regimenter den beiden ersteren ein Denkmal. Der damalige Pfarrer von Oberhausen mußte auf Befehl des französischen Generals Moreau dieses Denkmal einweihen. Er soll vom Grab des Latour mit folgenden Worten geschieden sein: "Schlafe in Frieden mein alter Kamerad, ich vertraue diese Gruft allen Tapferen der ganzen Welt an". Napoleon befahl, daß in der Kompanie, der Latour angehörte, beim täglichen Apell sein Name aufgerufen wird. Darauf mußte der älteste der Grenadiere antworten: "Er ist gefallen auf dem Felde der Ehre für das Vaterland bei Oberhausen am 27 Juni 1800." Tagtäglich ist dies geschehen bis zum Ende des Kaiserreiches. Die sterblichen Überreste des Gefallenen wurden 1889 exhumiert, nach Frankreich überführt und dort im Pantheon in Paris beigesetzt. Das Grundstück, auf dem das Denkmal steht, ist heute noch grundbuchmäßig Eigentum der Republik Frankreich, nachdem es auf Veranlassung des Generals Ney durch Vertrag vom 12.9.1800 von den damaligen Eigentümern Marquard Bihler, Pfarrer zu Oberhausen, Anton Raile daselbst und Mathias Kliegl von Unterhausen um 64 fl. an die französische Republik, vertreten durch den französischen Ingenier-Offizier Randon, verkauft worden war. Das von Randon errichtete Denkmal wurde in den nächsten Jahren von den Bauern der angrenzenden Äcker zweimal zerstört, nachdem ihnen Besucher immer wieder die Saatfelder zertreten hatten. 1818 ließ Herzog Eugen von Leuchtenberg und 1835 die bayerische Regierung das Denkmal in der alten, klassizistischen Form wieder aufbauen. 1837 ließ dann König Ludwig I. von der Staatsstraße zum Denkmal einen eigenen Weg anlegen. Im Jahre 1980, am 180. Todestag Latour d'Auvergnes, wurde am ehemaligen Forsthaus zu Unterhausen, in dem Latour verstorben war, eine Gedenktafel mit militärischem Zeremoniell enthüllt. Die Inschrift lautet:

ICI EST MORT
LA TOUR D'AUVERGNE
PREMIER GRENADIER DES ARMEES
DE LA REPUBLIQUE
AU COMBAT DU 27 JUIN 1800

Die deutsche Übersetzung ist auf einem kleinen Metallschild zu lesen:

Hier verstarb
La Tour d'Auvergne
Erster Grenadier der Armeen
der französischen Republik
nach der Schlacht am 27.Juni 1800