Alte Burg

Bay. Qualitätspreis 2012

für Oberhausen

Fernsehberichterstattung

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Von der Idee . . .

In den eigenen vier Wänden, gesund, selbständig und in vertrauter Umgebung alt zu werden, das sind Wünsche, die viele von uns in sich tragen.

Wenn sich die Lebensumstände im Alter ändern, die Kinder beruflich bedingt weggezogen sind oder der Bekanntenund Freundeskreis kleiner wird, fühlt man sich den Aufgaben das große Haus und den Garten alleine zu bearbeiten oft nicht mehr gewachsen. Man ist besorgt, ob man bei zunehmendem Hilfebedarf entsprechende Unterstützung findet, und der Gedanke an eine Heimunterbringung, irgendwo im Landkreis scheint dann unausweichlich.

Mit diesen Gedanken haben sich Mitte der neunziger Jahre zwei Bürgerinnen aus Oberhausen auseinander gesetzt. Es wäre doch wunderbar, wenn wir mitten in unserer Gemeinde eine Wohnanlage hätten, in der verschiedene Generationen miteinander leben könnten, eine außerfamiliäre Wohngemeinschaft in der sich die Bewohner gegenseitig unterstützen und ein lebendiger, phantasievoller Alltag stattfindet. Man könnte am Ort bleiben und den Freundes- und Bekanntenkreis behalten. Diese Wohn- und Lebensidee hat vielen Angesprochenen gefallen. Bei Beginn des „Agenda 21“-Prozesses 1999 wurde eine Stärken-/Schwächenanalyse durchgeführt. Die Schwerpunkte „das Dorfleben“ und „Zusammenleben der Generationen“ bekamen dabei einen besonderen Stellenwert.

Mit der Vision „Wohnmodelle für ältere Mitbürger und Generationentreffpunkt“ hat sich der Agenda 21 Arbeitskreis „Umwelt und Soziales“ ab Januar 2000 intensiv beschäftigt. Eine Fachexkursion der SDL-Thierhaupten im September 2002 in das Generationendorf Amtzell bei Ravensburg brachte die Idee um ein großes Stück vorwärts. Hier fanden die Agenda- Arbeitskreis-Mitglieder die Lösungen für eine mögliche Umsetzung. Erste Kontakte zur Stiftung Liebenau wurden aufgenommen.

Durch die Teilnahme der Gemeinde Oberhausen am RegionalenEntwicklungsKonzept (REK) LEADER+ ab Dezember 2002, sah der Arbeitskreis eine gute Gelegenheit, das Wohnprojekt „Lebensräume für Jung und Alt“ konkret darzustellen und in die Projektliste mit einzubringen. Die in Aussicht gestellten Zuschüsse sollten ein weiterer Meilenstein für die Umsetzung sein. Bürgermeister Fridolin Gößl und der Gemeinderat haben sich von Beginn an mit diesem zukunftsorientierten Projekt den demografischen Herausforderungen gestellt und sich für die Realisierung eingesetzt.

Dadurch, dass mit vielen Bürgern, und fast zu jeder Gelegenheit über das Projekt gesprochen wurde, fand sich im April 2005 ein Grundstückseigentümer, der sich aufgrund des überzeugenden Konzepts zum Verkauf seines für die Lebensräume ideal gelegenen Grundstücks entschlossen hat.

Durch den Gemeinderatsbeschluss, das geeignete Grundstück in der Dorfmitte von Oberhausen und die bewilligten Fördermittel konnte mit der Umsetzung begonnen werden.